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Veröffentlichungen der Gemeinde Wurmsham und der Verwaltung der VG

Sitzung des Gemeinderates Wurmsham vom 14. Juni 2010 - Pressebericht

Die Gemeinde Wurmsham reicht für die Sanierung und die Teilerweiterung der Grundschule einen Zuwendungsantrag ein. Darüber hinaus ging es um eine erste Information zu Alternativen für die Straßenbeleuchtung mit Solarleuchten.
Symbol für Sitzungen

Für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses in Pauluszell muss die Gemeinde, den Berechnungen der Bauingenieurin Adelheid Brunner zufolge, nach Abzug der Förderung voraussichtlich mehr als 750 000 Euro aufbringen. Ein Vertreter der Firma Krinner überzeugte die Gemeinderäte bei der Sitzung am Montagabend mit dem Konzept der Solar-Straßenbeleuchtung. Der Pauluszeller Künstler Franz Xaver Maurer-Fox offerierte dem Gremium die Schenkung der letzten Skulptur aus dem Projekt „Eisenmenschen" gegen Übernahme des Transportes durch die Gemeinde. Ausnahmslos erfolgte die Zustimmung. Die Firma Krinner übernimmt die Kosten für das Schraubfundament.

 

Um die Alternative zur teuren Umstellung der Straßenbeleuchtung auf Gelblicht und die damit verbundene langfristige Bindung an den bisherigen Energieversorger aufzuzeigen, war Johann Dirscherl, Vertriebs- und Marketingleiter der Firma Krinner Schraubfundamente GmbH aus Strasskirchen, geladen. Er informierte über die neue, nach fünfjähriger Testphase ausgereifte Generation der Solar-Straßenleuchten. Referenzen gibt es in Regensburg, Schwäbisch Hall, Erlangen, Aschau und Ingolstadt. Und mittlerweile fördere auch die IHK das Programm der Solar-Straßenbeleuchtung, sagte Dirscherl. Überzeugend für die Gemeinderäte wirke das Argument der Wirtschaftlichkeit: Die Kommune spart sich teure Stromkosten. Der Akku hält 5 bis 6 Jahre, kostet zirka 200 Euro und ist unkompliziert auszuwechseln. Die Installation der Straßenleuchte durch ein Schraubfundament beansprucht nur 30 Minuten, eine Verkabelung ist nicht erforderlich. Die insektenneutralen LED-Lampen sind schlag- und stoßsicher. Genügend Leuchtkraft ist auch in der lichtarmen Jahreszeit gegeben, da die Spezialmodule diffuses Licht aufnehmen. Auch Peitschenlampen lassen sich mit LED-Köpfen problemlos umrüsten. Vorgesehen ist fürs Erste jedoch nur die Installation von „Street-Sun-Leuchten" im Gewerbegebiet und im Baugebiet am Wirtsacker in Pauluszell. Einstimmig erging an die Firma Krinner der Auftrag zur Ausarbeitung eines Angebots.

 

Mit einer Gegenstimme entschied das Gremium, nun den Zuschussantrag für die Sanierung des Schulgebäudes in Pauluszell einzureichen. Zuvor stellte die mit dem Projekt beauftragte Bauingenieurin Adelheid Brunner die aktualisierte Kostenplanung vor: Die Kosten für die Erweiterung beziffern sich auf 329 000 Euro, die Generalsanierung kostet 933 000 Euro. Laut Adelheid Brunner liegt der Prozentsatz der Bezuschussung noch nicht genau fest, mündlich seien durch die Regierung von Niederbayern 37,1 % in Aussicht gestellt worden. Kalkuliert ist ein Gesamtzuschuss von zirka 483 000 Euro, für die Gemeinde verbleiben demnach Kosten von rund 758 000 Euro.

 

Verwaltungsleiter Thomas Schratzenstaller stellte die Ergebnisse der Fluglärmmessung in der Gemeinde Wurmsham vor. Die Arbeitsgruppe Immissionsschutz der Flughafen München GmbH erstellte auf Antrag der Bürgerinitiative gegen die dritte Start- und Landebahn einen umfangreichen Messbericht. Aus den Messergebnissen im Zeitraum vom 21. April bis zum 15. Mai am Gemeindehaus in Seifriedswörth ergibt sich unter Berücksichtigung der Ausfallzeiten durch die Vulkanaschewolke folgendes Fazit: „Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass zum augenblicklichen Zeitpunkt bei Betriebsrichtung West im Mittel pro Tag mit 20 Fluglärmereignissen größer 56 dB(A) zu rechnen ist, dabei werden Pegel größer 61 dB(A) fünf Mal erreicht. Äußerst selten werden Pegel größer 66 dB(A) bzw. über 70 dB(A) registriert. Im gesamten Messzeitraum war dies bei vier bzw. zwei Landungen der Fall. Pegel größer 75 dB(A) werden nicht überschritten. Bei vorherrschender Betriebsrichtung Ost ist im täglichen Mittel mit 5 Pegeln größer 56 dB(A) zu rechnen, davon übersteigt ein Pegel den Wert von 60 dB(A). Pegel größer 65 dB(A) werden nicht überschritten". Der detaillierte Messbericht der Gemeinde Wurmsham ist unter www.vg-velden.de nachzulesen.

 

Ohne Gegenstimmen beschloss das Gremium nach vorherigen Ausführungen von Franz Lehertshuber, Bauingenieur der Verwaltungsgemeinschaft, die erste Satzung zur Satzungsänderung für die öffentlichen Entwässerungsanlagen der Gemeinde Wurmsham. Demnach gilt ab dem Stichtag 1. Juli für unbebaute, für den Anschluss an die öffentliche Entwässerungsanlage vorgesehene Grundstücke, die Verpflichtung zur Errichtung einer Regenwasserpufferanlage. Die Kapazität der Anlage muss bei Grundstücksflächen bis zu 1000 Quadratmetern auf mindestens 8 Liter pro Quadratmeter Grundstücksfläche ausgerichtet sein. Beträgt die überbaute und versiegelte Fläche auf einem Grundstück mehr als 500 Quadratmeter, so sind für jeden Quadratmeter Mehrfläche zusätzlich 15 Liter Fassungsvermögen zu schaffen. Die Gemeinde kann Ausnahmen bei unbilligen Härten, insbesondere bei Platzmangel oder bei anderweitig ausreichender Rückhaltung zulassen. Die Entscheidung der Art der Regenwasserpufferanlage (Teich oder Schachtbauwerk) obliege dem Bauherrn, erklärte Lehertshuber.

 

Bürgermeisterin Maria Neudecker verwies auf die Broschüre „Bayern Tour Natur", herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Hier ist im aktuellen Touren-Programm die Gemeinde Wurmsham mit einer landschafts- und naturkundlichen Exkursion zu den drei Quellen von Rott, Bina und Zellbach vertreten. Die Exkursion, veranstaltet von der Kreisgruppe Landshut im Bund Naturschutz in Bayern e.V., ist am Freitag, 25. Juni. Treffpunkt ist in Wurmsham um 19 Uhr an der Kirche.

 

Zehn „Eisenmenschen" schuf der Pauluszeller Künstler Franz Xaver Maurer-Fox um 1993. Alle zehn standen bereits in Pauluszell, München und Erding. Und sogar das Fernsehen wurde auf das Projekt aufmerksam. Bis auf eines sind nun alle verkauft, der Gemeinde Wurmsham will Maurer-Fox das letzte verbliebene Expemplar als Schenkung überlassen. Lediglich den Transport solle die Gemeinde übernehmen, erklärte er, und eine Brotzeit für die Helfer sei auch noch drin. Den Gemeinderäten erläuterte Maurer-Fox in seiner ureigenen, unkonventionellen Art die symbolhafte Bedeutung der „Eisenmenschen", geschmiedet aus einem einzigen Stück Eisen. Kalt und gefühllos aufgeschnitten, aufgerissen, aufgebogen: „Die Skulpturen verkörpern die Menschen, die wir nicht werden wollen. Wenn jeder auf sich selbst aufpassen würde, dann gäbe es bald keinen Eisenmenschen mehr".

 

Quelle: Pressebericht von Irmgard Rampp

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